persönlicher Kommentar
Ist das Glas Milch noch zeitgemäß?
Es ist richtig, dass Bayern schon immer ein Land der Rindviecher war – der vierbeinigen natürlich. Im Loblied auf die positiven Seiten der Milch und deren Produktion dürfen die kritischen Seiten nicht vollständig ausgeblendet werden. Der einseitige Fokus auf eine immer höhere Milchleistung hat diese seit dem Jahr 1970 von durchschnittlich rund 3500 Liter auf heute 7700 Liter pro Kuh und Jahr in Bayern mehr als verdoppelt. Die immer extremere Milchleistung hat kaum mehr etwas mit bodenständiger Landwirtschaft zu tun, viel aber mit Industrie und Profit. Immer noch setzt die bayerische Landwirtschaftspolitik mit vielfältigen Fehlanreizen in der Milchproduktion auf eine klimaschädliche und teure Hochleistungsstrategie, die mit importierten Futtermitteln und viel Technik zu Überproduktion und Umweltbelastungen führt. Für das Einkommen der landwirtschaftlichen Betriebe, die Umwelt und das Tierwohl ist dies eine fatale Sackgasse.
Bayern hätte einzigartige Bedingungen für eine nachhaltige, graslandbasierte Produktion. Eine Tierhaltung, die sich auf die eigene Futterbasis und auf eine weitgehende Weidehaltung besinnt, hätte nicht nur eine bessere Milch. Viele Probleme, in die sich die Landwirtschaft in den letzten Jahren hineinmanövriert hat, gäbe es gar nicht. Die Tiergesundheit wäre besser, der Antibiotikaverbrauch geringer, die Milch nachweislich gesünder. Ebenfalls gingen die enormen Umweltbelastungen der heute stark überhöhten Tierbestände ginge zurück, die zu hohen Kosten würden gesenkt und der Milchmarkt von seinen futterimportbedingten Milchüberschüssen entlastet, was wieder höhere Produzentenpreise für Milch ermöglichen würde.
Eine klimafreundliche Milchwirtschaft setzt auf langlebige Milchkühe, die mit wenig bis keinem Kraftfutter auskommen, dafür aber das im Grasland natürlicherweise wachsende Futter verwerten können. Eine Korrektur der Förderpolitik für eine nachhaltige Milchwirtschaft ist überfällig.
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